paed.com - der etwas andere Bildungsserver

Waldorf-Pädagogik

Die Waldorfschule entstand anders wie z.B. die Ecole Moderne oder Summerhill nicht durch die Initiative eines Pädagogen, sondern auf einen Beschluss des Betriebsrates der Zigarettenfabrik Waldorf-Astoria im Jahr 1919. Der Inhaber Emil Molt finanziert die Gründung als Werksschule für die eigene Belegschaft. Deren Kinder sollen den Zugang zu grundlegender Bildung erhalten, Rudolf Steiner schreibt das Schulkonzept. Die Lehrer absolvieren eine mehrmonatige Einführung in das Konzept Steiners. Der Unterricht umfasst Deutsch, Eurythmie, Französisch, Geschichte, Literatur, Musik, Religion, Turnen und wird noch im Gründungsjahr um Buchbinden, Englisch, Handarbeit und Naturkunde erweitert. Zum Kollegium gehört auch ein Schularzt. Ein Kindergarten wird angegliedert.

Reformpädagogische Merkmale der Schule waren und sind u. a. Koedukation, Epochen-Unterricht, keine Ziffernnoten, ausgeprägte künstlerische Aktivitäten, Eurythmie, Handwerk und Handarbeit für Mädchen und Jungen, zwei Fremdsprachen schon ab der ersten Klasse, keine Schulbücher, kein Sitzenbleiben und ein Klassenlehrer, der seine Klasse von der ersten bis zur achten Klasse führt.

Wie stellt die Waldorfpädagogik das Kind in den Mittelpunkt?
Die Waldorfpädagogik ermöglicht es den Schülern ihr eigenes Bild der Welt zu entwerfen, das eine künstlerische Ganzheit darstellt. Die einzelnen Fächer klingen dabei zusammen wie die Instrumente eines Orchesters. Ziel ist 'dass die jungen Menschen initiativ und lebenstüchtig in die Aufgaben ihrer Umwelt eintreten können.' (Vom Lehrplan der freien Waldorfschule, 1978, S. 8)
Unterrichtsinhalte und Unterrichtsformen sind auf den Prozess der kindlichen Entwicklung abgestimmt. Der Unterricht ist zunächst bildhaft, später ab dem 14. Lebensjahr steht der wissenschaftliche Charakter der Fächer im Vordergrund. Ganz grundsätzlich ist der Unterricht in Epochen eingeteilt, die sich über mehrere Wochen erstrecken und täglich unterrichtet werden.
Der Abschluß der Waldorfschule erfolgt nach der Klasse 12 und erfolgt ohne spezielle Prüfung. Er markiert vielmehr den Punkt in der Biographie der Schüler, in der die Schulzeit endet und eine neue Zeit in Beruf oder die Vorbereitung auf ein Studium beginnt. Er erteilt daher auch bewusst keine Berechtigung. Unabhängig davon können an der Waldorfschule alle Abschlüsse der Regelschule erworben werden.

Die Waldorfschulen sind selbstverwaltete Schulen ohne Schulleiter. Die pädagogische Leitung wird von der wöchentlichen Lehrerkonferenz wahrgenommen, an der alle Lehrer gleichberechtigt mitwirken. Das Konzept der sozialen Dreigliederung unterteilt in den pädagogischen Kernbereich (z.B. Unterricht, Kollegiumsstruktur), den wirtschaftlichen Bereich (z.B. finanzielle Ausstattung, Elternbeiträge, Lehrergehälter) und den rechtlichen Bereich (z.B. Schulverträge, Arbeitsverträge, Kündigungen). Die Gestaltung der Schule wird als als sozial-künstlerischen Prozeß aufgefasst, der die Bildungsarbeit ermöglicht und trägt.

m e h r

Auf einen Blick

Loading
Suchen in ca. 250 Domains zur Waldorf-Pädagogik: AT, CH, DE;
Das Verzeichnis wird manuell zusammengestellt. Bitte helfen Sie es zu verbessern!.
Seite zur Waldorf-Pädagogik anmelden. Danke.


Rudolf Steiner


Waldorfschulen